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40 Jahre "restaurieren, dokumentieren, präsentieren"

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Als sich Ende der 1960er Jahre eine handvoll Männer, allen voran Dr. O.Schäuffelen, an die Freilegung des überwucherten Fort Obererer Kuhberg machten, interessierte sich noch niemand für den Erhalt der Anlagen der Bundesfestung - ganz zu schweigen von der Erkenntnis, was hier in Ulm und Neu-Ulm für ein einmaliger Schatz schlummert. Jahrelang wurde dann ausschließlich mit privaten Mitteln renoviert sowie mit zaghafter Öffentlichkeitsarbeit für das Bauwerk geworben. Hierbei stießen wir nicht immer auf Verständnis und in den 60ern wurden trotzdem zu viele wertvolle Gebäude unsinniger Weise abgerissen!!

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Das zunehmende Interesse führte am 2. September 1974 zur Vereinsgründung und zur Sammlung von Spenden bei den ersten Führungen – und es ging stetig bergauf: Die Kontakte zu den beiden Stadtverwaltungen, den Landesbehörden, Stiftungen, der UNT und den Medien wurden intensiviert. Der erste Zuschuß in Höhe von 5.000,00 DM erfolgte dann im Januar 1990 von der Stadt Ulm. Endlich konnten Mähgeräte gekauft werden und der laufende Unterhalt war etwas gesichert. Einzelne Projekte werden von Landesdenkmalamt und der Denkmalstiftung BW unterstützt.
Ab den 1990er Jahren wurden jährliche Arbeitsaktionen (vornehmlich Rodung und Efeubeseitigung) im Stadtgebiet Ulm, später auch in Neu-Ulm, eingeführt. In den Jahren nach 2000 wurde der Fokus auf den Ausbau des Festungsmusem Fort Oberer Kuhberg gelegt.
Die beiden Festungsjubiläen 1994 und zuletzt 2009 waren die großen Highlights und bescherten uns, vor allem nach 2009, eine große Aufmerksamkeit mit einem Mitgliederzuwachs auf aktuell ca. 315 Personen. Bei unseren Führungen nahmen 2013 rund 10.500 Personen bei ca. 450 Touren teil!
Die Verleihung mehrerer Preise auf regionaler und Landesebene wurde am 8.12.2003 mit der Übergabe der „Silbernen Halbkugel“, dem „Oskar“ im aktiven Denkmalschutz, durch Bundespräsident Johannes Rau gekrönt.
Die Erfolgsliste lässt sich fortsetzen: Zuletzt erfolgte die Renovierung der Schießscharten am Nordturm im Museum und die Restaurierung des Infanterie-stützpunkt 58 (Muthenhölzle, NU). Die umsichtigen und verantwortungsvollen Entscheidungen der Stadt Ulm, die Packmittelschuppen am Kuhberg ins Neubaugebiet zu integrieren sowie die Erschließung der Wilhelmsburg über ein Flankentor ohne den Abriss von Festungsmauern umzusetzen, wurde nach einem intensivem Gedankenaustausch und Dialog mit uns getroffen und motiviert alle Mitglieder zum Weitermachen.

Natürlich gibt es auch heute noch zu viele unsinnige, nicht nachvollziehbare Zerstörungen und Veränderungen, die trotz unserer intensiven Bemühungen und Alternativvorschläge, in den vergangenen Jahren stattgefunden haben. Dies geschah vor allem auf Neu-Ulmer Gebiet, welches froh über jeden Rest historischer Bausubstanz sein sollte!
Nach wie vor sind wir ein Verein, dessen Besonderheit darin besteht, dass die Arbeit ausschließlich auf das Gemeinwohl ausgerichtet ist und nicht auf private Interessen. Das ehrenamtliche Engagement ist einzig und allein für den Erhalt eines öffentlichen, einzigartigen und unter denkmalschutz stehenden Esemble gewidmet – und das machen wir, gemäß unserer drei Säulen „restaurieren, dokumentieren, präsentieren“, gerne!
Seit nunmehr 40 Jahren arbeiten jeden Samstag rund 5 – 25 Mitglieder im Fort Oberer Kuhberg und regelmäßig in vier weiteren Werken, es werden Führungen abgehalten, Gutachten geschrieben, Öffentlichkeitsarbeit betrieben, Anträge gestellt, organisiert.... die Festung fordert uns ordentlich heraus.

40 Jahre Förderkreis Bundesfestung Ulm wurde dann auch am 1. Juni, an dem auch der Tag der Festung stattfand, gebührend gefeiert. Den rund 1.000 BesucherInnen wurde die Entwicklung unserer denkmalpflegerischen Arbeit gezeigt und erklärt: Nach den Eröffnungsworten des Herrn OB Ivo Gönner und 1. Vorsitzenden Matthias Burger konnten die Gäste das Fort erkunden, eine Schaubaustelle besichtigen, Vorträgen lauschen, das Fort aus 17m Höhe betrachten oder sich bei Kaffee / Kuchen oder Getränken und Gegrilltem ausruhen. Unterstützt wurden wir hier durch die Fahrzeugfreunde der Ulmer Feuerwehr, der Fa. Allgaier und der Schapfenmühle – recht herzlichen Dank hierfür!!

Nur vor Ort kann man die Gründe unserer ungebrochenen Motivation, die von unseren Vorgängern vorgelebt wurde, für die faszinierende Anlage verstehen – besuchen Sie uns doch einfach und / oder werden Sie Mitglied ……